IN DER MASCHINE

Analoge Fotografie, 2002-2006

Elfriede Jelinek: In der Maschine.

„So, mit einer Maschine kann man auch teilen, man kann sich mit einer Maschine die Arbeit teilen, die man selber ist. Das ist einfacher, denn der Maschine wird gesagt, was sie tun soll. Der Betreiber der Maschine sagt es ihr. Es ist nicht so gedacht, daß man in sie hineinkriecht, weil man schon vorher weiß, daß man nie ganz reingehen wird. Die Maschine ist uns ein Rätsel, sich selbst ist sie nichts, weil ihr ja, wie schon gesagt, wiederum immer gesagt wird, was sie machen soll. Einer sagt es dem andern, er sagt es weiter. Die Maschine sagt nichts weiter, sie ist ein ausführendes Organ, dem manchmal Menschenorgane irgendwo herausstehen, weil der Mensch nicht mehr ganz hineingegangen ist in das Gerät und die Organe nicht ganz in ihn, er ist teilweise draußen geblieben. Er mußte zum Teil draußen bleiben. Um wenigstens vor der Tür seine Menschlichkeit zu retten? Da gibt es nichts zu retten.“

Homepagetext. Wien (A), 2010.