SCHWIMMER

Analoge Unterwasserfotografie, 2004-2012

Diethard Leopold: Zwischen Spiel und Durchdringung. Eine Bemerkung zur Foto-Serie „Schwimmer“ von Marko Zink

„Ein Augenblick geradezu überirdischer Schönheit wird evoziert – auch dies nur ein Beispiel von mehreren -, wenn ein feiner, weißer Stoff durchs Wasser driftet und auf einmal –für eine nur ganz kurze Weile – die Form einer großen, prachtvollen Muschel annimmt. Hier ist die Zeitlichkeit der Formen, hier ist die Unbeständigkeit aller Existenz evident. Die Formen sind, das zeigt uns Marko Zink, im Werden – auch wenn die menschliche Wahrnehmung, um dies zu erfassen, immer entweder zu langsam oder zu schnell ist. Dass die Formen von Existierendem nichts Statisches sind, sondern im Fluss, im Fließen sich befinden – manchmal in einem sehr, sehr langsamen und lang dauernden, etwa in jenem, den man die Evolution der Arten nennt – hier wird das greifbar und fühlbar. Starre Form und fließende Vergänglichkeit, das Bestehen auf ein Ich und der unausweichliche Fluss der Zeit, der alles mitnimmt und verwandelt, sind hier sinnlich übereinander gelegt wie zwei durchscheinende Bilder, die zusammen ein einziges Thema ergeben: „Ohne Illusion keine Erleuchtung, ohne Erleuchtung keine Illusion.““

In: Zwischen Spiel und Durchdringung. Wien (A), 2017: Video