Magdalena Pressel: Human blood is all one colour

“Oft mit nicht viel mehr bekleidet als einer Vintage Maske, spielt Marko Zink mit dem Thema Erotik und Selbstdarstellung der Männer. Dabei enttarnt er homo- und heterosexuelle Klischees und zeigt gnadenlos deren immer noch diskriminierende Schattenseiten unserer Gesellschaft auf, indem er die Brücke zur Konzeptkunst schlägt. Chatprotokolle aus einschlägigen Chatrooms, in denen er sich im Vorfeld einloggt und die Reaktionen der Chatroom-User auf  seine stereotypen Nicknames, bilden die Vorlage für die jeweilige Darstellungsweisen. Der in Auseinandersetzung mit den Chatanfragen entstandene Kalender provoziert die Frage, ob diese Gesellschaft auch in 100 Jahren gleich agieren würde. Zink zieht daraus den für ihn scheinbaren (logischen) Folgeschluss; der aus diesem konzeptuellen Ansatz geborene Titel „100-jährige Bauernkalender“ wird zur bitteren Ironie (siehe hierzu: Publikationen: “Olympia: 100-jähriger Bauernkalender”). Doch der Künstler hält der Gesellschaft nicht nur einen Spiegel vor, indem er Vorurteile aufdeckt, sondern indem er anstrebt, eben diese aufzulösen. Die nackten Körper handkoloriert in der Farbe des Blutes,  versinnbildlichen das über allen stehende, verbindende Element der Menschheit.”

Ausstellungstext. Wien (A), 2014.

Esther Mlenek: Olympia

“In koketter Haltung persiflieren die von starren Gesichtsmasken anonymisierten Männer die Jungbauernkalender und enttarnenen das darin entworfene Konzept von Erotik als groteske Modernisierung und Neuerfindung einer schwülstigen Heimatromantik.”

Ausstellungstext. Wien (A), 2014.