PICTURES IN THE DARK | THIS IS DESIRE

Analoge Fotografie | 2024 ongoing
verfügbare Größen | 150x100cm | 120x80cm | 60x40cm
Lambdaprint auf Dibond | gerahmt in Museumsglas

CLAUDIA KURSAWE | Bilder der Begierde

Was sind das für Wesen im nächtlichen Wald? Eine Metamorphose hat stattgefunden. „Mensch und Tier sind zu einer Einheit verschmolzen. Es geht in allen meinen Serien um Transformation“, sagt Marko Zink. „Die Hybride erinnern uns daran, dass wir selbst aus dem Tierreich kommen, uns aber für die Krönung der Schöpfung halten. Dabei steckt mehr Wildes in uns, als wir glauben.“ Die Masken leuchten. Eine futuristische Anmutung entsteht und lässt an Science-Fiction denken. Der schöne Schein lockt den Betrachter an.

Der Fotograf spielt mit unserem Begehren, diesen Gestalten näher zu kommen. Schnell findet die Anziehung ihren Weg ins Ungewisse. „Wie beim Tanzen im Club. Verhüllt in Nebel und Laserlicht ist das Gegenüber nur schemenhaft zu erkennen und löst trotzdem etwas in uns aus“, beschreibt es Marko Zink. Gleichzeitig entsteht eine Spannung, die uns vor dem doppelten Boden warnt. „Denn nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint“, verrät der in Wien lebende Künstler.

In seinen Fotografien verschwimmen der weibliche und der männliche Anteil wie bei Anima und Animus. Sie symbolisieren bei C.G Jung unsere Seelen und inneren Figuren unserer Träume. Anima steht für das weibliche Potenzial in jedem Mann, während Animus für das männliche Potenzial in jeder Frau steht. Welcher Teil in uns führt die Begierde an?

Es ist kein Zufall, dass die Bilder im Wald und am Rande des Waldes zwischen Mitternacht und 1 Uhr an historischen Kraftorten entstehen. Die Freiheit der Magie kann wirken. Und trotzdem ist für die Inszenierung in analoger Technik alles genau mit langer Belichtungszeit und Filmauswahl geplant. Hier kommt beides zusammen: die rationale Welt zum einen und zum anderen die Welt der sinnlichen Wahrnehmung und Einbildungskraft. Oder in den Worten von Marko Zink: „Ich erträume vorher die Bilder, der magische Moment leitet mich.“