M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E

Analoge Fotografietechniken, 2017-2019

Hier für den detaillierten Ausstellungsfolder der KZ Gedenkstaette Mauthausen klicken: Ausstellungsfolder_KZ Gedenkstaette Mauthausen_MarkoZink

Ausstellungsansicht: Galerie Michaela Stock, 24.01. – 02.03.2019

Ausstellungsfotos von Matthias Bildstein

Wolfgang Huber Lang: M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E

„Der Ausstellungstitel könnte sachlicher nicht sein: M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E. Es handelt sich um die Koordinaten von Mauthausen. Marko Zink geht es nicht um Dokumentation, sondern um Irritation. Er zwingt zum genauen Hinsehen und eröffnet eine vielschichtige Auseinandersetzung. Mit fotografischen Mitteln versucht er ein zweifaches Verschwinden sichtbar zu machen: die Auslöschung von Menschen und die Tilgung von Erinnerung. Ihm liegt an einer intensiven Beschäftigung mit einer Vergangenheit, die nicht verjährt. Die von Marko Zink gewählte Kunstform ist die analoge Fotografie. Er bearbeitet seine Filme, ehe er sie belichtet. Er kocht oder stanzt sie, behandelt sie mit Chlor oder Tintentod. Mit diesem filigranen Filmmaterial fotografiert er ausgewählte Orte in- und außerhalb des ehemaligen Konzentrationslagers. Manchmal wirken Zinks Fotoarbeiten wie historische Fundstücke, rasch und heimlich aufgenommen, ausgebleicht von der Sonne, halb zerstört durch die Einwirkungen der Zeit. Manchmal scheinen die Fotos mit ihren Beschädigungen auf einer eigenen Ebene von jenem Ungeheuerlichen zu berichten, das sich hier vor weniger als acht Jahrzehnten zugetragen hat. Und manchmal scheint auf ihnen etwas sichtbar zu werden, was nur scheinbar nicht mehr zu sehen ist. Marko Zink erinnert uns mit seiner Arbeit daran, dass es möglich ist: Was an das Vergangene erinnert und was vor dem Kommenden warnt, es ließe sich alles sehen. Wenn wir nur wollen.“

Text erscheint in der gleichnamigen Publikation: M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E: Mauthausen – die Tilgung von Erinnerung.

Mandelbaum Verlag: 27. September 2019.

Autorinnen: Felicitas Thun-Hohenstein, Wolfgang Huber Lang, Thomas Licek, Gudrun Blohberger, Bertrand Perz, Christian Dürr, Felicitas Heimann-Jelinek, Marija Nujic, Barbara Glück und Marko Zink